Wachsein – Auferstehung – Ich-bin

  • Warum das „Wachsein“ der meisten Menschen eigentlich ein Tiefschlaf ist!
  • Das Ich gibt es nicht! Aber mich gibt es schon?
  • Jemanden nachfolgen, heißt auf sich zu verzichten!
  • Wo stehst du gerade?

Wachsein

SchlafenWachsein“ bedeutet nicht, dass du nicht schläfst, „Wachsein“ bedeutet, dass dein eigenes ICH erwacht ist und sich dessen bewusst bleibt. Mit diesem Ich ist nicht das herkömmliche Ego (welches sich aus den Einflüssen von Körper und Umwelt bildet) gemeint, sondern dein ICH-BIN – das unverrückbare Zentrum deines eigenen geistigen Seins! Das zu erkennen und zu erleben ist eines der größten Mysterien, welches du erfahren kannst!

Von vielen esoterischen Strömungen und psychologischen Schulen wird das eigene Selbst als Höheres Selbst, als Göttlich, immer schon vorhanden oder gar als unsterblich angesehen. Wenn dem so wäre, müsstest du dein Leben spielend leicht gestalten und bewältigen können! Dass dem nicht so ist, bemerkst du spätestens dann, wenn ungewollte Gedanken und Stimmungen dich bedrängen und in Situationen bringen, die du eigentlich nicht willst oder kontrollieren kannst, weil etwas in dir „fehlt“ um dich bewusst und vollkommen leicht von Meinungen, Gedanken, Leidenschaften und Trieben zu distanzieren oder zu trennen.

Die meisten Menschen glauben, nur weil sie nicht schlafen sondern munter sind, handeln und entscheiden sie als bewusstes und waches ICH-Selbst.

Seien sie stolz auf sich, formulieren sie positiv: „Ich bin intelligent und erfolgreich.“ „Ich weiß, was ich will.“ „Ich kann alles schaffen!“ Sind Sie bekümmert oder überlastet, sagen sie: „Ich bin traurig, ich bin einsam, ich bin erfolglos, ich bin ausgebrannt“ usw.

Sie bemerken dabei nicht, dass es nicht ihr waches ICH ist, das solche Gedanken und Gefühle bewusst steuert und haben möchte sondern, dass einfach ein Gefühl oder Gedanke der Mittelpunkt ihres Wesens geworden ist, sie momentan trägt oder vereinnahmt. Ein waches ICH-Selbst steuert seine Wesensteile ganz nach eigenem Belieben, so wie man ein Fahrzeug dorthin lenkt, wo man auch selbst ankommen will und sein möchte.

Viele verwechseln den wahren Zustand des ICH-BIN auch mit ihren körperlichen Empfindungen (ich bin dieser Körper, ich fühle mich stark, ich fühle mich unwohl) oder sogar ihr körperliches ICH mit einem Gegenstand.

Dann nämlich wenn man sie fragt: „Wo stehst du gerade mit deinem Auto?“ und sie antworten: „Ich stehe dort auf dem Parkplatz“

Dann gibt es neue wissenschaftliche Auffassungen, die sogar das Dasein eines eigenen Ich´s (ganz zu schweigen von einem ICH-BIN) leugnen.

Das alles beschreibt niemals das eigene ICH-BIN, ein ICH das sogar den eigenen Tod überdauert.

Vielleicht glaubst auch du, nur weil du nicht schläfst sondern munter bist, du handelst und entscheidest als bewusstes und waches ICH-Selbst?

Schauen wir einnmal an was zwei hervoragende esoterische Praktiker dazu schreiben.

Beide hier zu Wort kommenden Autoren haben unzählige Stundenja, fast ihr ganzes Leben mit Meditation, Nachdenken, geistigen Übungen und praktischen Experimenten verbracht. Dennoch, hat sich auch Ihnen das Geheimnis des wahren Wachseins, – des ICH-BINerst ganz am Schluss Ihres WEGES offenbart. Es ist daher spannend ihre Erkenntnisse zu betrachten.

Tagebucheintrag von Gustav Meyrink

1932_dezember Gustav Meyrink (* 19. Januar 1868 in Wien; † 4. Dezember 1932), ein sehr erfahrener Praktiker und erfolgreicher esoterischer Schriftsteller hat, zwei Jahre vor seinem Tod, über dieses Ich und dessen Wachsein folgendes geschrieben:

Heute am 7. August 1930, morgens um 10 Uhr, nach langer, qualvollster Nacht, fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen und ich weiß nun, was der Zweck alles Daseins in Wahrheit ist.

 

Nicht sollen wir durch Yoga uns selbst verändern, sondern wir sollen quasi einen Gott bauen, oder christlich gesprochen: „Wir sollen nicht Christo nachfolgen, sondern ihn vom Kreuz abnehmen!

Den alten Mann, den ich immer in der Ferne sehe, soll ich also krönen und ihn mit Purpur bekleiden und ihn zum Herrscher meines Lebens machen. Ich sehe ihn jetzt auch gekrönt und im Purpurmantel! Je vollkommener er wird, desto eher wird er mir helfen. Er ist also dann der Adept und ich werde nur insofern daran teilnehmen, als er sich einmal mit mir verschmelzen wird, denn im Grunde ist er ja mein eigenstes Ich. „Er wird wachsen, ich aber werde schwinden.“ (Dies ist der Sinn der Rede des Täufers!)

Bisher war falsch und die Ursache all meines Leidens, dass ich all das nicht klar wusste und glaubte: „ich“ müsste mich vervollkommnen, mich und nicht ihn! Die Tantrik-Übungen sind also wie alle Askese falsch, führen in den Abgrund und sind eigentlichste schwarze Magie!

Jetzt weiß ich auch, weshalb der alte Mann immer so unbeweglich war wie ein Bild! Eben, weil ich an mir arbeitete und nicht an ihm. Bo Yin Ra stellte es mir so dar, als müsse man sofort alles, was man in solcher Art findet, gewissermaßen verschlingen und sich von ihm nähren! Gerade umgekehrt! Der Alte ist also der Christos und wir müssen ihn losbinden und ihn mächtig machen, dann erst kann er Wunder tun! Das Wundertun geht erst dann auf uns über, bis diese Schizophrenie aufgehoben sein wird und wir mit aufgesogen sein werden.

Therese von KonnersreuthZum Beispiel die Konnersreutherin – Meyrink bezieht sich hier auf Therese Neumann von Konnersreuth, bei der sich die Stigmata und Wundmale Jesu zeigten. (* 9. April 1898 in Konnersreuth in Bayern DE † 18. September 1962 daselbst) – müsste den, den sie leiden sieht, geistig losbinden trachten, statt immer mitzuleiden. Sie geht also immer im Kreis herum. Alle diese Erkenntnisse müsste ich eigentlich jetzt in Romanform behandeln. Es wäre das denkbar interessanteste Thema. Vielleicht ändern sich bald unsere Verhältnisse, dass ich endlich so arbeiten werde können, wie ich es möchte.

Ich kann keineswegs alles das, was ich ein Leben lang hindurch in Yoga versuchte und tat, als Irrtum bezeichnen. Ich glaube aber, solche Mühen sind nötig, um das zu erkennen, was mir heute, am 7. August, klar geworden ist.

Das ICH gibt es nicht? Aber mich gibt es schon!

Emil  Stejnar:Emi Stejnar Grafik

“Das Ich ist ein Märchen” verkündet der amerikanische Neurowissenschaftler David Eagleman in einem Spiegel Gespräch und kommt zu dem Schluss, dass es den bewusst agierenden Geist gar nicht gibt. Das Gehirn wird weitgehend von einem Autopiloten gesteuert, das Ich döst auf dem Beifahrersitz.

Diese Erkenntnisse widersprechen nicht den Erfahrungen der esoterischen Praxis. Das Ich ist in der Tat nur ein Teil von dem gesamten geistigen Komplex auf dem unser Bewusstsein ruht. Es sind die Gedanken, Gefühle und diversen Regungen die einen durch den Alltag lotsen, und bestimmen, wo es langgeht mit uns. Man muss sein Ich bewusst erfassen und sich damit identifizieren, sonst ist man tatsächlich ein getriebener Zuschauer seiner Gedanken, Gefühle und Wünsche und nicht das Zentrum seiner Persönlichkeit. Bei diesem Wettstreit unterschiedlicher Vorstellungen und Emotionen ist es kein Wunder, wenn man sich fragt: “Wer bin ich, und wenn ja wie Viele?” (Richard David Precht, Goldmann Verlag)

Die Antwort finden wir in einem anderen Bestseller (Die Bibel, Exodus 3, 14) in dem der Protagonist, nach seiner Identität befragt, ganz einfach feststellt: “Ich bin der ich bin.” Der Gedanke “Ich-Bin” erweist sich nämlich als eine “magischeFormel, die das Ich und das Bewusstsein zum Leben erweckt.

Wer sich einige Sekunden lang ausschließlich auf den Gedanken “Ich-Bin” konzentriert, wird zu einem neuen Leben erwachen. Das Ich wird wach gerüttelt und begreift, dass es ist. Es fragt nicht, wer bin ich, sondern sagt zu sich: das bin ich!

Es geht nicht mehr um die Frage, wer man ist, sondern um die Tatsache, dass man ist. Aber so einfach wie es klingt, ist es leider nicht. Es erfordert höchste Konzentration, um die Vorstellung “Ich-Binals Bewusstseinsträger zu erhalten. Man muss sich ganz schön anstrengen, um sich nicht gleich wieder in der Flut der Gedanken und Gefühle zu verlieren. Man muss dieses „Wachsein“ richtig gehend trainieren. Mehrmals täglich am Schreibtisch, beim Spazieren gehen, im Bus und im Bett. Keine Philosophie, keine Wissenschaft, keine noch so kluge These kann einem bewusst machen, dass man ist. Die beglückende mystische Wahrnehmung “ich bin” muss jeder für sich selbst, und in sich selbst erfahren. Das ist das Mysterium jeder Initiation. Dazu sind keine aufwendigen Zeremonien nötig. Jeder kann es jederzeit erleben.

Seit über sechzig Jahren beschäftige ich mich mit Magie und Mystik und habe die unterschiedlichsten Übungen und Exerzitien praktiziert. Die Bewusstmachung der Vorstellung “Ich-Bin” ist nach meiner Erfahrung jedoch die wichtigste Aufgabe der esoterischen Geistesschulung. Jede Meditation, Konzentration, oder Willensschulung, die nicht mit dem Gedanken “Ich-Bin” beginnt und abgeschlossen wird, ist sinnlos und hat mehr Verrückte als Adepten hervorgebracht.

Ich denke ich bin, und dann bin ich, würde Descartes heute sagen. Auch wenn das Ich nur einen winzigen Teil der komplexen Schaltzentrale Gehirn ausmacht, und das Bewusstsein samt allem Denken, Fühlen, Wünschen und Tun durch Hirnprozesse determiniert ist, die Erfahrung zeigt, dass man sein Bewusstsein entwickeln kann. Das Ich lässt sich, genauso wie andere Eigenschaften und Fähigkeiten, durch gezielte Imagination immer wieder ins Leben rufen, bis es einem als Bewusstseinsträger über alle anderen Eigenschaften und Regungen der Persönlichkeit erhebt. Und zwar nicht nur auf der physischen Ebene, durch die Programmierung eines Frontallappens des Gehirns, sondern auch für den Geist, durch die direkte Bewusstmachung seines Seins.

Während der Neurowissenschaftler in den Gedanken, Gefühlen und Leidenschaften unterschiedliche Netzwerke von Neuronen sieht, betrachtet der gnostische Hermetiker diese elektromagnetischen Phänomene als physische Manifestation geistiger Wesenszellen, sogenannter Elementale, die ohne sein Zutun abwechselnd sein Bewusstsein tragen. Milchrahmstrudel, Sex und andere gescheite oder dumme Gedanken verdrängen das Ich. Es ist zwar als Gedankenkomplex ab ca. dem dritten Lebensjahr erfassbar, aber die wenigsten kümmern sich darum. Man muss dieses Ich, wie einen Säugling pflegen und am Leben erhalten, damit es sich zu seiner vollen Größe entwickeln kann.

Die Gnostische Hermetik, die auch aus den Symbolen der Christlichen Tradition schöpft, sieht darin das Mysterium des Christus Prinzips.

Das Ich, das im Körper von Trieben und Regungen umgeben ist, wie das Jesus Kind von den Tieren im Stall, muss wachsen und stärker werden als die Instinkte, Wünsche und Emotionen mit denen der Geist verbunden ist.

Während das “Kind in der Krippe” den noch unbewussten Geist symbolisiert, versinnbildlicht der “auferstandene Christus” das erwachte Ich-Selbst. Lesen wir nach wie Johannes, der erste gnostische Hermetiker, diesen Christus beschrieben hat: (Evangelium des Johannes, Kap. 8 Vers 12, Kap. 10 Vers 7, Kap. 11 Vers 25) “Ich bin (ist) das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. Ich bin (ist) das Tor: so jemand durch mich eingeht, der wird selig werden. Ich bin (ist) die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben auch wenn er schon gestorben wäre.”

Jedes Mal wenn man sich von seinen Gedanken, Leidenschaften und Gemütsbewegungen löst wie der Christus vom Kreuz, und sich mit seinem Ich identifiziert gleicht das einer Auferstehung und einem Erwachen. Meyrink beschreibt des sehr anschaulich in seinem BuchDas grüne Gesicht“:

Wach sein ist alles. Sei wach bei allem was Du tust! Glaub nicht, dass Du´s schon bist. Nein, Du schläfst und träumst. Steil dich fest hin, raff Dich zusammen und zwing Dich einen einzigen Augenblick nur zu dem körperdurchrieselnden Gefühl: „Jetzt bin ich wach!“ Gelingt es Dir, das zu empfinden, so erkennst Du auch sogleich, dass der Zustand in dem Du Dich soeben noch befunden hast, dagegen wie Betäubung und Schlaftrunkenheit erscheint. Das ist der erste zögernde Schritt zu einer langen, langen Wanderung von Knechttum zu Allmacht. Auf diese Art geh vorwärts von Aufwachen zu Aufwachen. Es gibt keinen quälenden Gedanken, den Du damit nicht bannen könntest; er bleibt zurück und kann nicht mehr zu Dir empor; Du reckst Dich über ihn, so wie die Krone eines Baumes über die dürren Äste hinauswächst. Die Schmerzen fallen von Dir ab wie welkes Laub, wenn Du einmal so weit bist, dass jenes „Wachsein“ auch Deinen Körper ergreift.”

ICH-BIN und du?

Dieses „Wachsein“ kann man nicht beschreiben, du musst es – sowie das Gefühl des Gleichgewichthaltens beim Fahrradfahren – zuerst selbst erleben.

Wie aber kannst du dieses ICH-Bin bewusst machen, dieses „Wachsein“ üben?

In der hermetischen Schulung erhältst du dazu ein ganz spezielles Pentakel/Amulett und ein tägliches Ritual. Damit wirst du sehr schnell erfahren was mit diesem „Wachsein“ gemeint ist.

Dein ganzes Leben wird sich besser und gezielter für dich gestalten, weil du alle deinen Entscheidungen vom Standpunkt deines wahren ICH-SELBST aus bewusst handhaben und steuern wirst.

Auch im Alltag kannst du ganz einfache Bewusstseins-Trigger praktizieren.

Beobachte dich mehrmals am Tag und schau auf deinen Körper als würdest du hinter ihm stehen, schau auf das, was dich gerade umgibt, was du gerade erlebst, auf das, was du gerade in deinem Inneren wahrnimmst (auf das was dich bewegt und zum Handeln drängen möchte) und sage zu dir: „Bin ich wach, schlafe oder träume ich?“ „Wie bin ich hier her gekommen? Was ist zeitlich vorher geschehen?

Du wirst feststellen, dass es da etwas gibt, das mehr ist als das, was du an Gedanken und Gefühlen wahrnimmst. Es ist ein Wesensteil, welches mit jedem Versuch seiner Bewusstmachung stärker und unverrückbarer in dir wird. Es ist dein erwachtesICH-SELBST“.

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